Unsere Aktionen im Rahmen des Aktionstags „Nicht auf unserem Rücken“ 18.7.

Als Solidaritätsnetzwerk haben wir uns heute in Berlin, Cottbus, Freiburg und Köln am bundesweiten Aktionstags der Plattform „Nicht auf unserem Rücken“ beteiligt, die in knapp 20 Städten bundesweit stattgefunden hat. Im Folgenden findet ihr Berichte und Fotos von unseren Aktionen:

 

Berlin:

Unsere Kundgebung heute am Oranienplatz war sehr erfolgreich. 30 Leute fanden sich ein. Viele von ihnen haben wir in den letzten Tagen mit Plakaten und Flyern in der Umgebung des Oranienplatzes mobilisiert. Es gab Redebeiträge über die vom Kapitalismus verursachte Wirtschaftskrise, über das Infektionsschutzgesetzes, die Lage an den Außengrenzen Europas (welche immer noch katastrophal ist) sowie über verschiedene soziale Bewegungen und Proteste, die zur Zeit stattfinden. Am offenen Mikro gab es kämpferische spontane Beiträge. Dabei hat sich der Wunsch von allen Beteiligten gezeigt, eine gemeinsame soziale Bewegung von unten mit linken Inhalten aufzubauen.

Cottbus:

Auch in Cottbus sind circa 30 Menschen der Losung gefolgt: „Eure Krise: Nicht auf unserem Rücken“. So wurde in der Rede des Frauen*kollektivs die Situation der ArbeiterInnen in der Krise beschrieben. Leih- und Kurzarbeit sowie ausgeweitete Montagezeiten sind jetzt schon bereits deutlich spürbare Folgen der Krise. Das Solidaritätsnetzwerk schilderte, wie die besonders von der Krise betroffenen Wirtschaftszweige, wie Tourismus, Gastronomie und Kohlewirtschaft, gerade die sind, die auch in Cottbus von besonderer Bedeutung sind. Vor allem diese Menschen leiden unter den Folgen der Krise.

Spontan ergriff auch eine Cottbuserin, die aus Chile stammt, das Wort und erklärte, wie heftig die Folgen der kapitalistischen Wirtschaftskrise in ärmeren Ländern zu spüren sind. Hungersnöte und Obdachlosigkeit sind alltäglich. Auch die Linksjugend schilderte ihre Lösungsansätze und forderte eine solidarische Bewegung gegen die Abwälzung der Krisenfolgen auf den Rücken der ArbeiterInnen. In einem weiteren Beitrag wurden die milliardenschweren Ausgaben der Rüstungsunternehmen kritisiert und die Übeltäter der Krise beim Namen genannt.
Viele PassantInnen, die an diesem sonnigen Tag in der Cottbuser Innenstadt unterwegs waren, hörten interessiert zu und nahmen sich Informationsmaterialien mit.

Freiburg:

In Freiburg haben ca. 50 Menschen eine kleine aber laute Demonstration durch die Innenstadt durchgeführt. Es gab Redebeiträge vor der Universität zum Thema Jugend und Studierende in der Krise, vor den beiden Galeria Kaufhof-Karstadt Filialen haben wir uns den anstehenden Entlassungen gewidmet. Danach bewegte sich der Aufzug zum CDU-Büro, wo die antizyklische Konjunkturpolitik der Bundesregierung als Farce entlarvt wurde und das Thema Altersarmut Gehör fand. Den Abschluss bildete eine Rede zum Thema Frauen in der Krise. Der Demonstrationszug bekam viel positiven Zuspruch von PassantInnen, obwohl er durchweg von 20 vollausgestatteten Polizisten begleitet wurde.

Köln:

In Köln sammelte sich die Demonstration mit rund 100 Personen am Hans-Böckler-Platz, wo ein Redner von Arbeitsunrecht zum Auftakt auf die miserabelen Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie – insbesondere bei Tönnies – aufmerksam machte.

Die Demonstration zog dann los zum Arbeitgeberverband Köln, mit welchem sich u.a. die auch in Köln ansäßigen Großkonzerne Ford, Deutz usw. für das Program des Kapitals in der Wirtschaftskrise einsetzen. Hier wurde in einer Rede des Solidaritätsnetzwerk aufgezeigt, welche Schweinereien diese Verbände fordern um unsere Arbeitsbedingungen und Gesundheitsschutz zu verschlechtern. Vor der Einfahrt des Gebäudes wurde ein Banner mit der Aufschrift „Destroy your local Ausbeuterverband“ angebracht.

Der nächste Halt war vor der Kölner Zweigstelle des „Bundesverband Mittelständische Wirtschaft“. Hier wies ein Redner der MLPD darauf hin, dass es neben einem konkreten Kampf gegen die Abwälzung der Krisenlasten auch eine Perspektive jenseits des Kapitalismus brauche.

Anschließend zog die Demo zum Endkundgebungsort am Ebertplatz, wo neben einem Rap-Auftritt nochmal einige Beiträge zur den Auswirkungen der Krise und der Perspektive des Widerstand aus Sicht der Frauen (Frauenkollektiv & Zora) und der Jugend (Rebell, Young Struggle und Internationale Jugend) vorgetragen wurden.

 

Wir sehen uns wieder auf der Straße! Die Krise #NichtaufunseremRücken austragen!