Überall Krise? Kein Weg voran?
Unsere Gesellschaft ist in einem schlechten Zustand! Das ist den meisten von uns klar. Hunderttausende Jobs in der Industrie werden abgebaut. Die Regierung bricht wegen fehlenden Geldern in Milliardenhöhe zusammen. Und überall wird gleichzeitig nach Aufrüstung geschrien!
Auch für uns ist die Krise spürbar. Nach jedem Einkauf sehen wir die immer weiter steigenden Preise, während unsere Löhne stagnieren und soziale Leistungen sinken.
In unseren Stadtvierteln schließen Jugendclubs, Schwimmbäder und soziale Treffpunkte, bezahlbarer Wohnraum wird immer schwerer zu finden. Einige von uns trifft es dabei besonders hart. So hat sich die Zahl der jährlich getöteten Frauen von einem Jahr auf das andere verdreifacht. Für viele Frauen bedeutet die Wirtschaftskrise nicht nur Existenzängste, sondern auch finanzielle Abhängigkeit von einem gewalttätigen Partner. Trotzdem scheitern Gesetze zum Gewaltschutz im Bundestag.
Wir sehen also: Seit Jahren wird unser Leben immer schwieriger. Alle Parteien stellen sich jetzt als unsere Retter:innen dar. Dabei wissen wir schon längst: Sie lügen. Wahlversprechen, die sie machen, brechen sie früher oder später. Am Ende des Tages setzen sie nur zwei Dinge zuverlässig um: Aufrüstung und Milliardengeschenke für die Wirtschaft. Den Parteien – egal ob AfD oder BSW, egal ob CDU, SPD, Grüne, Linke oder FDP geht es nicht um unsere Bedürfnisse, sondern um maximale Profite für große Konzerne. Sie alle sind Knechte dieses kapitalistischen Systems, das auf unserer Ausbeutung beruht.
Ab jetzt packen wir selber an!
Aber wenn uns Kapitalist:innen nur ausbeuten und Politiker:innen nur verarschen, was ist dann unsere Alternative? Müssen wir das alles so hinnehmen? Oder können wir etwas tun? In vielen verschiedenen sozialen Kämpfen und Revolutionen haben es uns Ausgebeutete und Unterdrückte vorgemacht. Sei es 2019 in Chile, wo Hunderttausende Menschen aller Altersgruppen und Hintergründe monatelang gegen soziale Ungerechtigkeit und Korruption auf die Straße gingen, für ihre Rechte und Interessen kämpften, sich immer wieder in ihren Stadtteilen versammelten, berieten und selbstständig organisierten und sich davon weder durch falsche Versprechungen noch Polizeigewalt abbringen ließen. Oder in Rojava, wo sich seit 2013 inmitten des von imperialistischen Mächten umkämpften Syriens die kurdische Bevölkerung und andere unterdrückte Menschen ihre Selbstverwaltung erkämpft und auch verteidigt haben. Auch in Deutschland gab es das schon einmal: 1918 formten Arbeiter:innen und Soldaten Räte, vertrieben den Kaiser und beendeten den 1. Weltkrieg. Die Räte bildeten sich lokal, sie sicherten die Lebensmittelversorgung und schufen Sicherheit. Die Arbeiter:innen regierten selber!
Für uns, hier und heute, zeigt das: Wir brauchen keine Kaste abgehobener Anzugträger:innen, die uns mit falschen Versprechungen abspeist!
Wenn wir in unseren Straßen und Vierteln selbst aktiv werden, wenn wir uns zusammentun und gemeinsame Forderungen diskutieren, aufstellen und diese erkämpfen, dann können wir selber über unser Leben bestimmen!
Darin liegt für uns der Schlüssel zu einer besseren Gesellschaft – einer Gesellschaft, in der sich nicht so wie heute immer alles um die Profite der großen Konzerne dreht, eine Gesellschaft in der Frauen nicht mehr wie heute aufgrund ihres Geschlechts ausgebeutet und unterdrückt werden, eine Gesellschaft in der endlich die Interessen und Bedürfnisse der Menschen im Mittelpunkt stehen. Die wichtigen Entscheidungen in Wirtschaft und Politik sollen nicht mehr nur von einer kleinen Elite getroffen werden, sondern von Räten und Versammlungen in unseren Stadtteilen und Betrieben, in denen wir normalen Menschen uns organisieren und bestimmen, wo es lang geht und was mit all dem, was wir mit unserer Arbeitskraft erschaffen, passieren soll. Denn Bescheid, was es in unserer Gesellschaft braucht, wissen wir doch eigentlich am besten.
Genau eine solche Gesellschaft verstehen wir als Sozialismus – unsere Alternative. Heute heißt es also für alle von uns: Wenn wir in unseren Viertel – vor unseren eigenen Haustüren – für unsere Rechte und Interessen kämpfen und uns organisieren, dann gehen wir die wichtigen Schritte in Richtung eines besseren Lebens für uns alle.
Deshalb heißt unsere Antwort auf die Krise:
Kommen wir in unserem Viertel zusammen, um selbstbestimmt für unsere Rechte und Interessen zu kämpfen! Organisieren wir uns schon heute für ein sozialistisches Morgen! Die Revolution beginnt vor unserer Haustür!