[Berlin] Die Linse muss bleiben!

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Dem Jugendclub “Linse” in Berlin-Lichtenberg sollen die Lichter ausgeknipst werden! Im Frühjahr kündigte der Träger “Sozialdiakonische Jugendarbeit e.V” (SozDia) an, den Jugendclub zum Jahresende zu schließen und nicht länger betreiben zu wollen. Als Grund nannte die SozDia “fehlende Fördergelder” durch den Senat. Die Jugendarbeit sei, so der Verein, ein “Minusgeschäft”. Nicht nur die “Linse” soll nun dichtgemacht werden, sondern auch zwei andere Jugendclubs in Lichtenberg und Treptow-Köpenick.

Unsere “Linse” soll schließen, weil ein Träger kein Plus macht? Das nehmen wir nicht hin und kämpfen dagegen! Schluss mit der Geschäftemacherei mit unseren Freiräumen!

Die SozDia schiebt die Verantwortung für die Schließung der “Linse” auf Bezirk und Senat ab und beklagt, dass es zu wenig Gelder gibt. Tatsächlich sind aber sowohl der Trägerverein als auch Bezirk und Senat einfach nicht daran interessiert, Freiräume für Jugendliche und Erwachsene aufrecht zu erhalten. Förderung von Kreativität und Selbstbestimmung? In Berlin Fehlanzeige. Stattdessen werden Jugendliche ständig kriminalisiert und als Probleme dargestellt. Geld gibt es nur für Maßnahmen, die Ruhe und Ordnung herstellen – und natürlich für den Kauf von Tasern für die Polizei und für Bundeswehr-Anwerbe-Kampagnen an Schulen.

Da läuft etwas ganz gewaltig schief. Dass die “Linse” schließt ist aber kein tragischer Zufall oder ein Fehler im System. Nein, die Schließung der “Linse” ist Teil der massiven Kürzungen im sozialen Bereich, in der Bildung und in der Gesundheit, während parallel dazu Polizei und Militär hochgerüstet werden. 100 Milliarden für das Militär, aber keine Kohle für die Jugend? Ja, so läuft das in Deutschland. Jugendclubs schließen, Jugendliche sollen schießen. Dieser Widerspruch gehört zum Kapitalismus dazu.

Letzte Chance für die Linse!

Es ist nur noch wenig Zeit bis zum Jahresende. Doch noch haben wir die Möglichkeit, etwas zu verändern. Dazu müssen wir uns zusammenschließen. Wir, das Solidaritätsnetzwerk Berlin, laden alle Linse-Gänger:innen, alle Jugendlichen, alle Künstler:innen und alle Nachbar:innen ein, gemeinsam aktiv zu werden. Lasst uns alle zusammen etwas gegen die Schließung unternehmen! Denn wenn wir jetzt nichts tun, wann dann?

Das Solidaritätsnetzwerk trifft sich regelmäßig in der “Linse”. Dort veranstalten wir zum Beispiel auch unseren monatlichen Solidarischen Stammtisch – dort können wir als Nachbar:innen zusammenkommen, um zu diskutieren, uns zu unterstützen und gemeinsam zu besprechen, was wir im Stadtteil verändern wollen. Wir kämpfen für den Erhalt der “Linse”, weil sie ein Raum ist, in dem unser Stadtteil lebendig wird. Und wir kämpfen für die “Linse”, weil mit ihr ein Stück solidarische Kultur verloren gehen würde.

Wir treffen uns jeden Mittwoch 17:30 Uhr vor dem Rathaus Lichtenberg

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