Am Donnersteg den 28.08. wurde das selbstverwaltete Hausprojekt „Rigaer94“ in Friedrichshain durch die Berliner Polizei gestürmt. Ziel war dabei die Identitätsfeststellung der Bewohner:innen um diese Informationen in einer erneuten Räumungsklage gegen sie zu verwenden. Hierbei handelt es sich um einen weiteren Versuch, eines der letzten wiederständigen Wohnprojekte Berlins einzuschüchtern und zu zerschlagen. Ein zwielichtiger Immobilieninvestor, der durch dubiose Briefkastenfrimen seine Identität verbirgt beansprucht das Wohnhaus als sein Eigentum und versucht schon seit Jahren, die Menschen darin zu vertreiben. Es ist nicht die erste Polizeirazzia im Zuge dieses Kampfes und erneut hat sich gezeigt, dass die Staatsgewalt sich willig zum Schlägertrupp für Kapitalinteressen macht.
Wir stehen solidarisch an der Seite der Bewohner:innen in der Rigaer Straße 94 gegen die vereinten Kräfte von Kapital und Staat. Das extreme Aufgebot von Hundertschaften der Berliner Polizei bei der Razzia ist ein Einschüchterungsversuch und politisches Signal gegenüber dem Hausprojekt und uns allen. Bereits in der Vergangenheit hatte es immer wieder intensive Polizeieinsätze rund um die Rigaer 94 gegeben – für uns wie auch für die Anwohner:innen steht das Haus sinnbildlich für einen fortwährenden Konflikt zwischen solidarischer selbstverwalteter Stadtteilkultur einerseits und staatlicher Repression im Dienste der Profitlogik andererseits.
Insbesondere wegen seine klaren solidarischen Haltung zum palästinensischen Befreiungskampf und Gegen den aktuellen Genozid in Gaza ist das Kollektiv aus der Rigaer94 in den letzten Jahren erneuten Angriffen ausgesetzt gewesen. Einige ehemalige Mieter:innen aus dem Haus haben sich wegen dieser Position von dem Projekt distanziert und ihre laufenden Mietverträge aufgelöst, wodurch die Gefahr einer Räumung deutlich stieg.
Um so wichtiger ist es, dass wir als internationalistische und sozialistische Stadtteilorganisation der Rigaer94 in ihrem Kampf beistehen!