„Armut ist weiblich“ – Rückblick zur Veranstaltung

Am vergangenen Dienstag, dem 05.03., organisierten wir eine Veranstaltung mit Vortrag & Diskussion zum Thema „Armut ist weiblich!“, in dem es besonders um die Situation von Alleinerziehenden ging.

Frauen werden doppelt ausgebeutet, einmal durch die Lohnarbeit und zusätzlich durch die unbezahlte Hausarbeit. Frauen in Deutschland verrichten ca. doppelt so viel Hausarbeit wie Männer. Auch die Aufgabe der Kindererziehung wird heutzutage immer noch eher Frauen zugeschrieben. Das führt dazu, dass sie oft in Teilzeit arbeiten müssen (2/3 der Frauen, 6% der Männer), was ihre finanzielle Lage noch mehr verschlimmert. Auch werden Berufe, in denen mehr Frauen arbeiten (sozialer Bereich, Gastronomie, Einzelhandelskauffrau) insgesamt schlechter bezahlt. Diese Umstände führen dazu, dass Frauen viel häufiger von Armut im Alter bedroht sind. Sie erhalten eine Durchschnittsrente von 700€.

Für Alleinerziehende verstärken sich diese Probleme, da sie oft komplett allein für die Kindererziehung, den Haushalt und das finanzielle Überleben verantwortlich sind. 50% aller Alleinerziehenden erhalten keinen Unterhalt vom Kindeserzeuger. Das Armutsrisiko liegt bei 41,9% für Alleinerziehende, im Vergleich dazu bei Paaren zwischen 9 und 24%. Verschärft wird diese Problematik durch 300.000 fehlende Kitaplätze.

Wir haben im Anschluss zum Vortrag über mögliche Forderungen, die sich aus der unterdrückten Lage von Frauen ergeben, diskutiert.

-> Ausreichende Kitaplätze mit Betreuung, die auch Schichtarbeitende berücksichtigt!

-> Bessere Bezahlung von Arbeit!

-> Entbürokratisierung von Ämtern

-> Neue Unterhaltsregelung!

Der Unterhalt soll den Erzeugern direkt vom Lohn abgezogen werden, damit die Alleinerziehenden in immer, pünktlich und ohne persönlichen Kontakt zum Erzeuger haben zu müssen, erhalten. Der staatliche Unterhaltsvorschuss muss einfach zu beantragen und ausreichend hoch sein.

-> Entprivatisierung von Versorgungsstrukturen (z.B. Wohnungen)

-> Ausreichend Frauenhäuser schaffen!

-> Öffnungszeiten von Bedarfsorten für Frauen (Frauentreffs, Frauencafes usw.) an arbeitende, alleinerziehende Frauen anpassen!

-> Nein zu Gewalt an Frauen!