+++Wenn wir kämpfen gewinnen wir!+++

Heute gegen 8:30 wurde unser Nachbar K. in Köln-Ostheim aus seiner Wohnung in der er seit zwei Jahren gewohnt hat, ausgesperrt. Die städtische „gemeinnützige“ Wohnungsbaugesellschaft GAG hatte das Schloss ausgewechselt. Erst wenige Tage zuvor war seine K.‘s Frau verstorben, auf dessen Namen der Mietvertrag lief. Doch der Witwer erhielt von der GAG kein Angebot über einen neuen Mietvertrag, sondern einen Termin für eine Zwangsräumung am 21. Dezember – drei Tage vor Weihnachten.

Doch noch nicht einmal daran hielt sich die GAG. In der heutigen früh wechselte sie einfach das Schloss aus. Mit einem Schlag wurde K. auf die Straße geworfen. Nach einem Aufruf des Vereins „Work Watch“ wurde daraufhin eine kurzfristige Kundgebung vor der Zentrale der GAG an der Straße des 17. Juni einberufen.

Hier sammelten sich etwa 30 Unterstützer:innen, auch wir als Soli-Netz beteiligten uns – unter anderem zusammen mit den KEAs (Kölner Erwerblose in Aktion), Wohnraum für Alle, Karthäuser Wall ist überall und Recht auf Stadt Köln. Mit Parolen und Durchsagen, sowie energischem Klopfen an der mittlerweile verschlossenen Schiebetür zur GAG-Zentrale machten wir klar: Wir wollen eine Lösung für K. – und zwar sofort!

Mittlerweile war die Polizei erschienen und lies die kurzfristig angemeldete Kundgebung zu. Ein Mitarbeiter der GAG versuchte derweil unser Anliegen anzuhören und gleichzeitig Demonstrierende davon abzuhalten, Parolen mit Kreide vor den GAG-Eingang zu malen – was ihm misslang.

Nach einiger Zeit kamen dann zuständige Personen zur Verhandlung mit dem Betroffenen K. und Unterstützer:innen. In den Verhandlungen wurde von unserer Seite aus klar gemacht, dass wir eine sofortige Zusicherung fordern, dass K. Heute nach nicht in einer Obdachlosenunterkunft schlafen wird, sondern in seiner Wohnung. Nach mehrfachem hin-und-her knickte der GAG-Verantwortliche ein und sagte zu, einen Schlüssel auszuhändigen.

Offenbar wurde für ihn klar, dass ansonsten sein „gemeinnütziges“ Unternehmen in den kommenden Tagen möglicherweise Proteste und Berichte wegen einer bewusst herbeigeführten Obdachlosigkeit, so kurz vor Weihnachten erleben würde.

Eine feste Zusicherung, dass ein Folge-Mietvertrag aufgesetzt wird, wollte der Zuständige noch nicht geben. Seit heute morgen ist die Wohnung von Seiten der Stadt beschlagnahmt, wie es nun weitergeht ist unklar, wobei es durchaus seien kann, dass K. vorerst in der Wohnung wohnen bleiben kann.

Natürlich ist der Kampf noch nicht zu Ende, aber unsere heutige Aktion hat ganz klar gezeigt: Wenn wir kämpfen, dann gewinnen wir!