Mietenwahnsinn und Verdrängung stellen im Stadtteil Kalk viele unserer Nachbar:innen vor Probleme. Mit einer besonders dreisten Masche will eine Immobilienfirma nun die Kündigung eines Mieters, der sich an das Solidaritätsnetzwerk Köln wandte, erzwingen. Mit bedrohlichem Auftreten und Täter-Opfer-Umkehr wollen die Miethaie unseren Nachbarn Kaspar aus seiner Wohnung vertreiben. Am Donnerstag (13.01.) geht der Fall vor Gericht.

Seit über 10 Jahren lebt Kaspar in seiner Wohnung in Kalk. Stress mit dem Vermieter hatte er nie – bis vor einigen Monaten eine Immobilienfirma das Mehrparteienhaus, in dem er wohnt, kaufte. Diese will die einzelnen Wohnungen möglichst schnell an Investor:innen verkaufen, um aus dem Wohnraum einen schönen Profit zu schlagen.

Kaspar wurde zum Verhängnis, dass er aufgrund seines Mietvertrages eine verhältnismäßig günstigere Miete zahlt als die anderen Bewohner:innen. Das Unternehmen will ihn nun aus der Wohnung drängen, um diese mit höherer Miete neu zu vermieten und somit auch den Verkaufspreis in die Höhe zu treiben. Um das zu erreichen, wendeten die Miethaie eine Reihe von Mitteln an, um Kaspar zu schikanieren.

Der Höhepunkt kam dann im vergangenen Herbst: Einer der Geschäftsführer der Firma tauchte unangekündigt bei Kaspar auf und drängte ihm mit einer aggressiven Art eine Wohnungsrenovierung von einem Maler, den er kenne, auf. Die Kosten sollten Vermieterseite und Kaspar sich aufteilen. Kaspar willigte unter dem Druck seines Vermieters schließlich ein.

Als ein paar Tage darauf dann der Geschäftsführer und der Handwerker zu Kaspar nach Hause kamen, traten diese bedrohlich und aggressiv auf versuchten, ihn zu provozieren. Kaspar schickte die beiden verständlicherweise raus und nach einigem Gezeter verließen sie die Wohnung. Kaspars Freundin war als Zeugin vor Ort.

Doch es wird noch absurder: kurz nach dem Vorfall landete die Kündigung der Wohnung mit einer Frist von zwei Wochen in Kaspars Briefkasten. Als Kündigungsgrund wurde Kaspars bedrohliches Auftreten genannt – reinste Täter-Opfer-Umkehr! Der unangenehme Besuch war also eine billige Betrugsmasche, mit der durch verdrehte Tatsachen ein falscher Vorwand geschaffen werden sollte, um Kaspar aus seiner Wohnung zu verdrängen.

Kaspar zeigte sich jedoch kämpferisch und legte Widerspruch gegen die Kündigung ein. Durch eine unserer Flyer-Aktionen in Kalk wurde er auf das Solidaritätsnetzwerk aufmerksam und nahm Kontakt mit uns auf. Nach einem persönlichen Kennenlernen, bei dem Kaspar seinen Fall schilderte, konnten wir kurzfristig einen Anwalt empfehlen, der Kaspar am Donnerstag (13.01.) vor Gericht unterstützen wird. Wir stehen solidarisch mit Kaspar und werden den Mietenwahnsinn, den er erlebt, weiter beobachten.

Für uns zeigt diese dreiste Masche, dass Miethaien jedes Mittel recht zu sein scheint, um mehr Profite aus unseren Wohnungen herauszuholen. Dagegen müssen wir als Mieter:innen gemeinsam kämpfen und uns gegenseitig unterstützen, um Schikane und Abzocke etwas entgegenzusetzen.