Leipzig: Aktionsbericht zum Oktober

Das Solidaritätsnetzwerk Leipzig hat sich im Oktober an etlichen Kundgebungen und Aktionstagen beteiligt. Eingeleitet haben wir den Monat mit einer Kundgebung am 03. Oktober zum Thema „Es gibt keine deutsche Einheit“. Mit einem Solinetz-Stand traten wir auf dem Lindenauer Markt auf und unterhielten uns mit umstehenden Leuten. Der kleine Stand mit unserer Selbstvorstellung, unseren Broschüren zur Wirtschaftskrise und einigen Ausgaben der „Perspektive“-Zeitung verschaffte uns Aufmerksamkeit. So haben wir einige neue Freunde kennengelernt, die sich auf unseren künftigen Stammtisch freuen. Leider konnten wir unsere Reden zur Krise nicht halten, da die Technik streikte.

Am 07. Oktober haben wir anlässlich des Prozessauftaktes zu einem Femizid im Leipziger Auwald an der Kundgebung des „keinemehr“-Bündnisses vor dem sächsischen Landesgericht teilgenommen. Dort hielt eine Mitstreiterin einen Beitrag zum Thema. Unter anderem wurde festgestellt, dass in Europa allein 2017 rund 3.000 Frauen nur aufgrund ihres Geschlechts getötet wurden; in den USA mehr als 300 Frauen pro Jahr; in Deutschland 135 Frauen im Jahr 2019. Dagegen helfe nur die Selbstorganisation und -verteidigung der Betroffenen selbst.

Am 09. Oktober haben wir auf der Gedenkdemonstration zum ersten Jahrestag des rechtsterroristischen Anschlags in Halle einen eigenen Redebeitrag verlesen. Angesichts der rechtsterroristischen Anschläge der letzten Jahre und Jahrzehnte, bei denen fast zweihundert Menschen ermordet wurden, wurde auch in diesem Zusammenhang betont, dass der Staat offenbar nicht willens ist, den braunen Sumpf auszutrocknen. Nur die Solidarität und Selbstverteidigung der Betroffenen hat Aussicht auf Erfolg im Kampf gegen die Mörder und Faschisten.

Am 13. Oktober hielten wir anlässlich des Prozesses gegen den faschistischen Attentäter von Halle eine Rede auf der Kundgebung vor dem Magdeburger Landgericht gehalten. Die Aufforderung, Informationsnetze, Gruppen der gegenseitigen Hilfe und Selbstverteidigungsstrukturen zu schaffen, wurde hier bekräftigt.

Am 15. Oktober haben wir uns mit den Streikenden des öffentlichen Dienstes der Leipziger Verkehrsbetriebe solidarisch gezeigt. Auf dem Augustusplatz haben wir zusammen mit Streikenden und Sympathiesierenden trotz schlechten Wetters eine soziale und ökologische Verkehrswende eingefordert und unsere Grußbotschaft an die Streikenden ausgerichtet.

Am 16. Oktober konnten wir auf einer weiteren Kundgebung der LVB-Streikenden unsere Flyer, unser Selbstverständnis, unsere Krisen-Broschüre und Zeitungen verteilen. Auch konnten wir unseren Redebeitrag halten. Es gab großen Applaus und positives Feedback. Einschüchterungsversuche von einigen rechten Gewerkschaftern, die uns bei unserer politischen Arbeit beobachteten und verfolgten blieben erfolglos.

Am 23. Oktober haben wir uns mit einigen anderen Gruppen auf dem Richard-Wagner-Platz versammelt, um den Streikenden im öffentlichen Dienst unsere Solidarität zu zeigen. In diesem Zusammenhang konnten wir auch auf das „NichtaufunseremRücken“-Bündnis hinweisen, das am 07.11. einen bundesweiten Aktionstag durchführen wird.

Am 24. Oktober beteiligten wir uns an dem jährlichen Protestzug, der an den rassistisch motivierten Mord an Kamal K. vor dem Leipziger Hauptbahnhof erinnert. Würden die engagierten Antirassist:innen nicht jährlich daran erinnern, wäre die Tat und das falsche Handeln des Staates bald verdrängt. Wir konnten nur bekräftigen, wie wichtig eine antifaschistische Erinnerungskultur ist.

Desweiteren haben wir die Absicht, sportliche Aktivitäten zu organisieren, sobald die Corona-Pandemie gebändigt ist. Denn Sport ist gesund und stärkt das Immunsystem solidarischer Menschen!