Mit Bedauern mussten wir feststellen, dass es eine Einigung zwischen Ver.di und Otto gegeben hat und die Retourenabteilung im August geschlossen werden soll.
Das ist natürlich sehr entmutigend für die Kolleg:innen die gerade noch im November gegen die Schließung auf die Straße gegangen sind.
Daher müssen wir leider mitteilen, dass die Kundgebung entfällt.
Diese Einigung reiht sich ein in eine Vielzahl enttäuschender Ergebnisse von Gewerkschaftsverhandlungen.
Diese Schwäche zeigt uns umso mehr, wie wichtig es ist, dass die arbeitende Bevölkerung sich besser vernetzt, wenn sie nicht die Kostenlast der Krise tragen möchte.
Daher möchten wir an dieser Stelle noch einmal auf die Kundgebung des Anti-Krisen-Bündnis am 30.01. um 14 Uhr auf dem Alma-Wartenberg-Platz in Altona verweisen.

KUNDGEBUNG: Stoppt die Massenentlassung bei OTTO!

06.02.21 | 14 Uhr | Herthastraße (beim EKZ Bramfeld)

Im September dieses Jahres sollen 840 Mitarbeiter:innen des Retouren-Zentrums des Otto-Versandhandels in Hamburg Bramfeld entlassen werden. Das Zentrum soll nach Polen und Tschechien verlagert werden, da dort niedrigere Löhne gezahlt werden können. Heute heißt es, dass der Standort in Hamburg nicht rentabel sei – 2006 wurde in Absprache mit Gewerkschaften versprochen, dass mit Lohnkürzungen Arbeitsplätze erhalten werden könnten. Ein Appell an die Verantwortung des Konzerns, der 2017 auch noch mit einem Preis für „Corporate social responsibility“ ausgezeichnet wurde, scheint also wenig zielführend zu sein. Empörung wie seitens Jan Koltze von der SPD (einer Partei, die seit Langem selbst Sozialabbau vorantreibt) darüber, dass sich ein Versandhandel wie Otto mehr für steigende Profite anstatt für das Wohl seiner Mitarbeiter:innen interessiert, ebenso wenig. Vielmehr beschreibt es die Logik nach der Konzerne im Kapitalismus handeln: Nur wer stetig wächst, die Kosten möglichst gering hält und somit die Profite maximiert, kann gegen die Konkurrenz stand halten.
Leider sehen sich viele große Gewerkschaften – wie 2006 bei OTTO – in der Pflicht einer vermeintlichen „Sozialpartnerschaft“ zwischen Kapitalist:innen und Arbeiter:innen. Das führt oft eher zu schnellen Kompromissen statt langfristigen Kämpfen. Es wird also nicht das letzte Mal gewesen sein, dass ein Konzern wie Otto die Lebensgrundlage seiner Angestellten gefährdet.
Wir, Arbeiter:innen, Azubis, Schüler:innen und Student:innen, sollten uns also langfristig organisieren, um gegen Lohnkürzungen, schlechte Arbeitsbedingungen, fehlende Anleitung in der Ausbildung… zu kämpfen.
Die Praxis bei OTTO ist leider nur eins von vielen Beispielen für einen Angriff auf die Arbeiter:innenklasse. Ein Angriff auf die Beschäftigten bei OTTO ist ein Angriff auf uns alle! Unsere Antwort ist Solidarität! Kommt zur Kundgebung, meldet euch zu Wort und lasst uns den öffentlichen Druck erhöhen!

Denkt bitte daran, bei der Kundgebung einen Abtand von mind. 1,50m voneinander zuhalten und einen MNS zu tragen.

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