Abschiebung stoppen! Das Selbstbestimmungsrecht der Tamil:innen anerkennen!

Fast vier Jahrzehnte schon führt die LTTE (Liberation Tigers of Tamil Eelam) einen Kampf gegen den Staat Sri Lanka. In Sri Lanka leben etwa 17 Millionen Einwohner:innen, davon über 20 Prozent Tamil:innen. Der seit den 1980er Jahre laufende Krieg auf Sri Lanka führte zu massenhafter Flucht und dem Entstehen größerer tamilischer Gemeinschaften in Kanada, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Norwegen und der Schweiz. Weltweit leben schätzungsweise 79 Millionen Tamil:innen ohne eigenes Land.

Vor dem bewaffneten Kampf, der in den 1970ern begann, versuchten die Tamil:innen zwei Jahrzehnte lang, auf friedlichem Wege für ihre Rechte einzutreten. In dieser Zeit erreichte dies kaum die internationale Öffentlichkeit. Erst durch die gewaltsamen Ausschreitungen zwischen Tamil:innen und Singhales:innen wurde die Welt auf den Konflikt aufmerksam. Unter dem Vorwand der »Terrorbekämpfung« wurde dieser Krieg mittels eines Genozids durch die srilankische Regierung im Jahr 2009 beendet. Im Februar 2021 vereinten sich Tamil:innen erstmals erneut in einer großen Protestaktion und machten deutlich, dass nicht Forderungen einzelner Personen oder Gruppen vertreten werden, sondern dass es das ganze Volk ist, welches auf die Straßen geht.

In Sri Lanka werden die Tamil:innen als unterdrückte Nation bis heute bekämpft und gefoltert.

2018 noch sprach der Europäische Gerichtshof in Luxemburg Folteropfern aus Sri Lanka Schutz zu, wenn ihnen bei einer Rückkehr in ihr Herkunftsland eine angemessene medizinische Versorgung verweigert würde.

Erst vor wenigen Tagen hat der UN-Menschenrechtsrat in seiner Sitzung eine Resolution zu Sri Lanka verabschiedet, die deutlich macht, dass Tamil:innen auch dem Ende des Bürgerkrieges zwischen der LTTE und dem Regime weiterhin Verfolgung und Diskriminierung unterliegen.

Heute verschließt der deutsche Staat, nachdem er die Resolution mit verabschiedete, mal wieder seine Augen vor der blutigen Realität. Die Abschieberegelungen nach Sri Lanka sind aufgeweicht. 

Bundesweit wurden mehrere Dutzend Tamil:innen mit teils ekelhaften Tricks und falschen Versprechungen festgenommen. In NRW sitzen über 30 Menschen in Büren im Abschiebeknast und sollen noch in diesem Monat nach Sri Lanka abgeschoben werden. 

Für uns steht fest, wir werden das nicht kkommentarlos hinnehmen!

Achtet in euren Städten und Bundesländern auf Aktionen, geht auf die Straßen, vor die Knäste und in die Flughäfen!

Bisher geplante Aktionen:

28.3. 14:00 Uhr Abschiebegefängnis Büren Stöckerbusch 1 33142 Büren

28.3. 14:00 Uhr Abschiebehafteinrichtung Pforzheim Rohrstraße 17 75175 Pforzheim

29.3. 11:00 Uhr Bundesministerium des Inneren Alt Moabit 140 10557 Berlin

29.3. 14:00 Uhr Landtag NRW Platz des Landtags 1 40221 Düsseldorf

Gemeinsame Erklärung vom Studierendenkollektiv, Frauenkollektiv, Internationale Jugend, Solidaritätsnetzwerk