Heute waren wir mit #TatortPorz vor dem Landgericht Köln um den Prozessbeginn gegen Hans-Josef Bähner zu fordern. Dieser steht seit über eineinhalb Jahren aus. Hier unsere Rede auf der Kundgebung.

Liebe Kolleg:innen,

Der Anlass, aus dem wir heute hier stehen, dürfte den meisten bekannt sein, aber ich fasse es noch mal kurz zusammen.
Der CDU-Politiker Hans-Josef Bähner hat in der Nacht vom 29. auf den 30. Dezember 2019 einem jungen Mann in die Schulter geschossen, nachdem er ihn und seine Freunde vorher rassistisch beleidigt hatte.
Die Polizei fand daraufhin unter anderem eine nicht registrierte Waffe bei Bähner.
In den folgenden Tagen wurde jedoch nicht die lückenlose Aufklärung gefordert und der Fall nicht auf die Titelseiten getragen; stattdessen wurde der Fall tagelang totgeschwiegen, von der CDU, von anderen Lokalparteien, von der Presse.
Denn Bähner hat hervorragende Kontakte zu top Anwälten mit Verbindungen zur Werteunion.
Stattdessen schrieb die lokale Presse nach einigen Tagen von dem „polizeibekannten“ Opfer und dichtete eine Drogenszene am Porzer Rheinufer herbei.
Wie wäre das eigentlich gelaufen, wären die Rollen vertauscht gewesen? Die Springerpresse hätte den Fall ausgeschlachtet, der junge Mann wäre binnen Tagen verhaftet, die Anzeige wegen versuchten Mordes wäre schnell gestellt.
Wir stehen heute aber nicht nur deshalb hier. Wir stehen hier, weil der Prozess gegen Bähner seit Monaten vertagt wird mit fadenscheinigen Begründungen, wie dass sein fortgeschrittenes Alter aufgrund der Corona-Pandemie ein zu großes Risiko darstelle…inzwischen dürfte Herr Bähner genug Zeit gehabt haben, sich impfen zu lassen, und das Gericht genug Zeit für die Ausarbeitung eines Hygienekonzeptes.
Deshalb fordern wir, dass der Prozess nicht weiter vertagt wird, während Bähner nach über anderthalb Jahren weiter frei herumläuft.
Wir fordern Gerechtigkeit für Krys!