Am vergangenen Donnerstag fand in einem Restaurant in der Kölner Innenstadt die Weihnachtsfeier des Immobilienunternehmens DEWOG statt. Was die Geschäftsführung an diesem Abend ganz bestimmt nicht zum Thema machen wollte: Die DEWOG lässt viele ihrer Mieter:innen unter unzumutbaren Bedingungen wohnen und sperrt sich gegen dringend notwendige Sanierungen.

Unsere Kollegin Aysel hat das hautnah erlebt: seit Jahren weigert die DEWOG sich, den Schimmel in Aysels Wohnung in der Kölner Stegerwaldsiedlung fachgerecht zu beseitigen. Stattdessen versucht sie, die kämpferische Mieterin aus ihrer Wohnung zu verdrängen. Aysel und die DEWOG stehen sich wegen der Kündigung vor Gericht gegenüber.

Grund genug für uns, bei diesem festlichen Anlass mal persönlich vorbeizuschauen und die Beschäftigten der DEWOG sowie Passant:innen auf das Vorgehen des Unternehmens aufmerksam zu machen. Mit einem #DewogAbzocke-Transpi und Flyern bezogen wir vor dem Restaurant Stellung und nahmen die ankommenden DEWOG-Beschäftigten feierlich in Empfang.

Ebenfalls im Gepäck: leckere Schnittchen, die das Schimmelproblem in Aysels Wohnung treffend veranschaulichten. Da waren zum einen Schnittchen mit Schimmelkäse, die eine verblüffende Ähnlichkeit mit den Wänden im Kinderzimmer von Aysels Sohn aufwiesen, der aufgrund des Schimmelbefalls seit Jahren bei seinen Großeltern lebt. Zum anderen reichten wir Frischkäse-Schnittchen, die mit ihrer weißen Farbe zeigten, wie Wände in einem Mietobjekt eigentlich aussehen sollten.

Zahlreiche Beschäftige reagierten geschockt auf Aysels Fall. Im Verlauf der Aktion kam die DEWOG-Geschäftsführung aus dem Restaurant und war zu einem Gespräch bereit. Dabei gab sich die Geschäftsführung plötzlich kompromissbereit und wollte einem Vergleich zwischen Aysel und dem Unternehmen zustimmen.

Das unterscheidet sich stark von ihrer Position bei der letzten Gerichtsverhandlung, wo die DEWOG den selben Vergleich ablehnte. Tatsächlich waren es jedoch nicht nur leere Worte. Der Anwalt des Unternehmens hat den Vergleich zwischenzeitig bestätigt.

Somit war es in diesem Jahr kein frohes Fest für die Miethaie von der DEWOG. Mit unserer Aktion sorgten wir für eine schöne Bescherung mit Überraschungseffekt, die die Geschäftsführung offensichtlich auf dem falschen Fuß erwischte. Dass diese an Ort und Stelle einem Vergleich in Aysels Prozess zustimmte, zeigt: im Mietenkampf zahlt es sich aus, wenn wir öffentlich Druck aufbauen und auch mal zu unkonventionellen Mitteln greifen.

Wir stehen weiterhin solidarisch Seite an Seite mit Aysel und allen vom Mietenwahnsinn Betroffenen. Was man hier in Köln jetzt braucht? Mieten runter, Löhne rauf!

Weitere Hintergründe zu Aysels Fall gibt’s hier: https://soli-net.de/dewog/