Aktionsbericht – Als Klasse gegen ihre Krise kämpfen #NichtAufUnseremRücken

Heute haben wir unseren vierten bundesweiten Aktionstag unter dem Motto: „Als Klasse gegen ihre Krise kämpfen“ abgehalten.
In verschiedenen Städten haben Aktionen stattgefunden. Hier findet ihr die Rückberichte aus den einzelnen Städten:

 

 

 

 

 

Berlin

Wir haben uns heute anlässlich des bundesweiten Aktionstages „Als Klasse gegen Ihre Krise kämpfen“ vom Bündnis #NichtAufUnseremRücken versammelt und eine Kundgebung vorm Eastgate in Marzahn abgehalten.
In unserem Redebeiträgen sind wir auf die desaströse Situation der Freizeit- und Kulturschaffenden im 2. Lockdown, die Nullrunde der Tarifverhandlungen im öffentlich Dienst und die 3,3 Millionen Abreiter:innen in Kurzarbeit eingegangen. Denn es wird immer deutlicher: Dem Staat ist nicht daran gelegen, alle mit ausreichend Lohn und Wohnraum durch die Krise zu bekommen. Große Unternehmen wie Lufthansea werden mit Milliarden gestützt, während die Held:innen der Arbeit im Supermarkt und Sozial- und Gesundheitsbereich meist nicht mal den versprochenen Coronabonus erhalten haben. 
Wir haben mit einigen Anwohner:innen geredet, die auch der Meinung sind, dass die Wirtschafts- und Coronakrise nicht von unseren Steuerngeldern gezahlt werden soll. Wir sagen, das Geld muss dort hergeholt werden, wo es am meisten liegt, bei den Großunternehmer, die während der Pandemie noch ordentlich Kohle gescheffelt haben. 
Außerdem haben wir an die Kampagne Deutsche Wohnen und co. enteignen erinnert, die im Februar in die zweite Runde geht. Vielen Anwohner:innen in Marzahn, einer Hochburg des Miethaiunternehmens, ist es ein Anliegen, den Volksentscheid zu erwirken. So haben wir einige Kontakte erhalten von Leuten, die gemeinsam mit uns ab Februar Unterschriften sammeln wollen. 
Das zeigt wieder: Du bist nicht allein und gemeinsam als Arbeiter:innen können und müssen wir für unsere Rechte kämpfen. Jetzt mehr denn je!

 

Cottbus

Der heutige Aktionstag, der sich nun zum vierten Mal in Cottbus reihte, wurde wieder gemeinsam vom Frauenkollektiv, der Internationalen Jugend, Linksjugend Lausitz und vom Solidaritätsnetzwerk gestaltet. Auch neue Sympathisant:innen kamen zur unserer Kundgebung und verteidigten mit eigenen Redebeiträgen, dass die aktuelle Krise nicht auf unserem Rücken ausgetragen werden darf. Viele vorbei gehende Passant:innen blieben stehen, hörten sich die Reden an und stimmten mit unseren Forderungen überein und brachten ihre Zustimmung in persönlichen Gesprächen zum Ausdruck.
Das offene Mikrofon wurde diesmal sehr intensiv von mehreren Menschen genutzt, um über ihre eigene Situation zu sprechen und den Bezug zur aktuellen Situation herzustellen. Auch wurde in einem der Redebeiträge gemahnt, die Novemberrevolution nicht zu vergessen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen, nämlich dass wir nur gemeinsam als organisierte Klasse unsere Ziele erreichen können.

 

Freiburg

In Freiburg kamen gut 50 Menschen auf dem Platz der alten Synagoge zusammen. Dort hörten sie verschiedene Reden der Internationalen Jugend zur Wirtschaftskrise, der Tarifeinigung im öffentlichen Dienst und den Auswirkungen von Corona und der Wirtschaftskrise. Das Solidaritätsnetzwerk stellte seine 9 Forderungen gegen die Wirtschaftskrise vor und zeigte damit eine solidarische und demokratische Alternative zum jetzigen kapitalistischen System auf. Spontan machte auch ein in der Pflege Beschäftigter seinem Angst und Ärger über die nun drohenden 12-Stunden-Schichten in Krankenhäusern Luft.

Das Fazit ist klar: Damit unsere Rechte und Interessen während Corona und Krise geachtet werden, brauchen wir eine neue, breite Bewegung der Arbeiter:innen.

 

 

 

Hamburg

In Hamburg hat das Bündnis #NichtAufUnseremRücken zum Aktionstag am 7.11. eine Demonstration unter dem Motto „Gute Löhne statt Beifall“ abgehalten. Ziel war es, sich mit allen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes zu solidarisieren, aber auch mit anderen sich in Arbeitskämpfen befindenden Arbeiter:innen. Gemeinsam wollten wir zeigen, dass das Ergebnis der Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst keinesfalls der Sieg war, als der er uns von Gewerkschaftsfunktionär:innen verkauft wird, sondern weit hinter den Forderungen und Bedürfnissen der Beschäftigten steht.
Mit im Bündnis waren in Hamburg Young Struggle, AGIF, Zora und das Solidaritätsnetzwerk. Bei der Auftaktkundgebung vor dem Einkaufzentrum Steilshoop wurden kämpferische Reden gehalten und Teilnehmer:innen und Passanten hatten die Möglichkeit, ihre Forderungen auf dem Front-Transpi zu ergänzen. Mit knapp 50 Teilnehmer:innen marschierte der Demozug dann los. Vorbei ging es unter anderem an der Asklepios Klinik. Hier wurde eine Zwischenkundgebung gehalten, in der wir uns gegen ein privatisiertes, dem kapitalistischen Profitzwang unterworfenes Gesundheitssystem gestellt, und mehr Personal an Krankenhäusern und bessere Arbeitsbedingungen für dieses gefordert haben. 
Beim Hartzlohplatz in Barmbek hielten wir unsere Abschlusskundgebung. In der Abschlussrede erklärten wir, warum der Ausgang der TVöD keine nennenswerten Verbesserungen für die Arbeiter:innenklasse bringen konnte, und warum wir gerade während einer Pandemie und Wirtschaftskrise gemeinsam für unsere Rechte kämpfen und streiken müssen.

 

Köln

Heute waren wir, wie in den letzten Monaten auch, in Köln auf der Straße, um gegen die Abwälzung der Krisenfolgen auf unseren Rücken zu kämpfen. Wieder werden Millionen und Milliarden von unseren Steruengeldern in die Rettung von Unternehmen gesteckt. Tarifverhandlungen enden oft mit Nullrunden oder mit Minusrunden, die Arbeiter:innen werden weiter gespalten, in systemrelevant, in besser bezahlt, in Migrant:in oder Deutsche:r.
Wir lassen uns nicht spalten und sind solidarisch mit unseren Schwestern und Brüdern, wir werden die Krise nicht auf unserem Rücken tragen. Es ist Zeit, dass diejenigen, die die Krise hervorrufen und dafür verantwortlich sind, auch dafür gerade stehen.
Wir haben deshalb mit der Internationalen Jugend, dem Frauen*Kollektiv, Zora und Young Struggle eine kämpferische Kundgebung abgehalten. Es gab Reden von den Gruppen, Gedichtsbeiträge und Reden von Arbeiter:innen selber. 
Gerade in Zeiten, in denen die Coronapandemie von der Wirtschaftskrise ablenkt, müssen wir lauter und energischer aufzeigen was falsch läuft und was unsere Antworten darauf sind.
Wir haben uns mit den Angriffen auf fortschrittliche Kräfte in der Türkei solidarisiert, wir haben uns mit den Streikenden solidarisiert und werden auch in Zukunft die Solidariät mit den Unterdrückten und Ausgebeuteten auf dieser Welt aufrechterhalten. 
Unsere Solidarität gegen ihren Hass und ihre Lügen!
Unser Kampf gegen ihre Ausbeutung und Unterdrückung!

 

Leipzig

In Leipzig haben wir am heutigen Aktionstag eine eigene Kundgebung auf dem Lindenauer Markt abgehalten. Unser Slogan war „Streiken ist gerechtfertigt“, denn während der Pandemie sollte nicht weniger gestreikt und protestiert werden, sondern mehr. Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst Sachsens haben zu einem faulen Kompromiss beim TVöD geführt. Eine Nullrunde steht bevor. Dagegen wären weitere Streiks gerechtfertigt, wenn es den Gewerkschaften nach dem Tarifabschluss noch erlaubt wäre. 
Auch Proteste gegen das Krisenmanagement der Landesregierung und der Bundesregierung sind berechtigt. 
In vielen Redebeiträgen haben wir gezeigt, wie einseitig und schädlich viele Maßnahmen sind. Nicht nur droht eine gewaltige Pleitewelle und Zerstörung vieler kleiner Betriebe und Massenentlassungen. Auch werden mitten in der Pandemie immer noch Mieter:innen aus ihren Wohnungen geworfen, wie das erschreckende Beispiel einer 60-jähriger Frau in Freiburg kürzlich gezeigt hat. Weil es außer unserer Kundgebung noch 26 andere Kundgebungen in Leipzig gab, hatten wir eher wenig Publikum. Dennoch konnten wir etliche Gespräche führen. Für unsere Aktion erhielten wir Zuspruch.
Wir freuen uns, die Menschen bei unserem Stammtisch und unseren kommenden Aktionstagen ab Dezember wieder zu sehen. Alles in allem war es eine kleine, aber gelungene Kundgebung.

Am 05.12. findet der nächste bundesweite Aktionstag von #NichtAufUnseremRücken statt. Weitere Infos folgen.