Seit über hundert Jahren begehen die Arbeiterinnen und Arbeiter rund um den Globus den Ersten Mai als Kampftag für bessere Arbeitsbedingungen, ihre politischen Rechte und gegen die kapitalistische Ausbeutung. Gerade das vergangene Jahr hat uns schmerzlichst vor Augen geführt, dass dieser Kampf immer noch brandaktuell ist. In der Pandemie konnten wir die Absurdität des Systems in seinen vollen Zügen betrachten. Immer wieder hat sich gezeigt: wenn Staat und Großkonzerne zwischen unserer Gesundheit und ihren Profiten wählen müssen – dann fällt die Entscheidung zu unserem Nachteil aus. Während Konzerne Millionengewinne einfahren und sich weigern, die Impfpatente freizugeben, spart der Staat weiter am Gesundheitssystem. Die Maßnahmen, die durch den Staat zur Eindämmung der Pandemie ergriffen werden, sind meistens wenig konsequent und versuchen die Folgen der Krise auf unseren Rücken abzuwälzen.

Situation der Arbeiter:innenklasse

Die Verkommenheit dieses Systems schlägt sich auch im Leben der Jugendlichen in ganz besonderem Maße nieder. Durch unbezahlte Praktika, unsichere Mini- und Aushilfsjobs oder Ausbildungsstellen, die die eigenen Lebenshaltungskosten bei weitem nicht decken, werden sie im Kapitalismus besonders ausgebeutet. Die Inflation und steigenden Spritpreisen treffen deshalb auch junge Menschen stark. Allgemein scheint für die Jugend wenig Geld übrig zu sein. Ob Luftfilteranlagen in den Klassenzimmern oder kostenloser ÖPNV – überall fehlt es angeblich an Geld. Doch für den Krieg hat Deutschland reichlich. 100.000.000.000 Euro wurden in kürzester Zeit für das Militär aufgebracht, während ein Bruchteil davon für unsere Gesundheit bereits zu viel war.

Frauen sind im Kapitalismus mehrfach ausgebeutet und unterdrückt: wir werden nicht nur als Arbeiterin ausgebeutet sondern auch als Frau vom Patriarchat unterdrückt: sei es unbezahlte Reproduktionsarbeit, die ungleiche Lohnverteilung oder auch erzwungene Rollenbilder. Patriarchat und Kapitalismus gehen Hand in Hand! So können wir das Patriarchat und seine Fesseln nur zersprengen, wenn wir den Kapitalismus überwinden! Deswegen gehen wir als Frauen am 1.Mai auf die Straße, um mit unseren Geschwistern zu kämpfen: für eine Welt ohne Klassen und Unterdrückung!

Krieg dem imperialistischen Krieg!

Ähnlich verhält es sich mit der jetzigen Kriegssituation. Nachdem es Jahrzehnte lang angeblich kein Geld für Verbesserungen in der Bildung und fairere Sozialleistungen gab, wird nun unfassbar viel Geld in Aufrüstung investiert. Dabei wird stets darüber gesprochen, dass diese Investitionen uns helfen sollen den Krieg zu stoppen. Die Vergangenheit lehrt uns: mehr Waffen haben noch keinen Krieg aufgehalten. Sie haben ihn immer nur weiter befeuert. Eine unserer wichtigsten Forderungen ist also: Nieder mit den Waffen überall auf der Welt! Solidarisch mit der Arbeiter:innenklasse auf der ganzen Welt stellen wir uns gegen den Krieg.

Während international Kriege wüten, verschlechtert sich auch unsere Situation in Deutschland. Die Preise steigen gerade so stark an wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. Währenddessen bleiben unsere Löhne weitestgehend gleich und dort wo sie steigen, können sie die Teuerung nicht ausgleichen.

Als Arbeiter:innen, Arbeitslose, Frauen, Migrant:innen und Jugendliche wollen wir nicht weiter mit ansehen, wie unsere Gesundheit und unsere Leben für die Profite von Konzernen geopfert werden. Und wie dann gerade diese Großkonzerne Millionenprofite einfahren, während immer mehr Arbeiter:innen verarmen und sich nicht einmal mehr den Sprit für den Weg zur Arbeit oder die Gasrechnung leisten können. Im Gegenteil: Wir wollen eine Gesellschaft jenseits des Kapitalismus, in der sich nach den Bedürfnissen der Menschen gerichtet wird.

Das können wir nur zusammen erreichen. Dazu versammeln wir uns am 1. Mai und gehen gemeinsam auf die Straße!

 

Kommt mit uns auf die Straßen: