Am 1. Mai 2022 waren wir nach unserem Gründungskongress das erste Mal bundesweit gemeinsam als Föderation Klassenkämpferischer Organisationen in zahlreichen Städten in Deutschland auf der Straße. Im folgenden Berichte aus den verschiedenen Städte und von den Aktionen bei denen wir aktiv waren.

Berlin

In Berlin haben wir als Föderation klassenkämpferischer Organisation (FKO) zusammen bei der DGB 1. Mai Demo im Klassenkampfblock teilgenommen. Dieser Block verschiedener antikapitalistischer Organisationen ist ein wichtiger Schritt einer Vereinigung der Arbeiter:innenklasse für den Klassenkampf. Es redeten Beschäftigte aus verschiedenen Bereichen, die berichteten, wie die Arbeitsbedingungen in der Krise immer schlechter werden und die Gewerkschaften sozialpartnerschaftlich agieren, statt zu Streiks und Arbeitskämpfen aufzurufen. Die Losung von allen Redner:innen lautete klar: Weiterkämpfen auf der Straße und im Betrieb!

Auch als Sozialer Stammtisch, den Betriebskampf und das Solidaritätsnetzwerk in Berlin mit aufgebaut haben, haben wir eine Rede gehalten, in welcher die prekären Arbeitsbedingungen und das gleichzeitig müde Agieren der Gewerkschaften angeprangert wurde. Wir müssen uns als Beschäftigte selbst und über Betriebsgrenzen hinweg organisieren und austauschen. Soziale Arbeit ist Lohnarbeit, systemrelevant und wichtig für viele Menschen!

Gemeinsam als Klassenkampfblock protestierten wir auch gegen die Rede der Bürgermeisterin Franziska Giffey bei der DGB Abschlusskundgebung. Sie hat in den letzten Jahren Politik für die großen Unternehmen uns gegen die Beschäftigten gemacht. Es ist ein Schlag ins Gesicht, dass sie als Feindin der Arbeitskämpfe am 1. Mai spricht. Zurecht wurde ihre Rede durch Buh-Rufe und die Parole „Enteignung umsetzen“ gestört. Sie spricht von Demokratie und Redefreiheit, während im Senat die Stimmen von Millionen Berliner:innen gegen steigende Mieten und für Enteignung bewusst ignoriert werden. Wir haben heute gezeigt, wofür wir als klassenkämpferische Arbeiter:innen einstehen müssen: Für eine befreite Gesellschaft, den Sozialismus. Und wir wissen, mit wem wir auf einer Seite stehen – Schulter an Schulter, solidarisch mit unseren Klassengeschwistern.

Frankfurt

Der 1. Mai hat für uns, die Internationale Jugend und das Solidaritätsnetzwerk bereits um 10 Uhr angefangen. Wir versammelten uns an der Hauptwache, von wo aus die DGB Demonstration startete. Wir nutzen die Anfangskundgebung dafür, unsere letzten Flyer und Perspektive Ausgaben zu verteilen. Am heutigen Tag haben wir erstmals unter der Fahne und dem Transparent der Föderation demonstriert. Das hat unseren Zusammenhalt gestärkt.

Die Demonstration war sehr kämpferisch und laut. Sie bestand zu einem großen Teil aus fortschrittlichen und revolutionären Kräften – mit denen wir gemeinsam lautstark Parolen riefen. Unsere Genoss:innen von Young Struggle, Neue Demokratische Jugend (YDG) und Zora haben mit uns gemeinsam die staatstragende Politik des DGB entlarvt und Parolen gegen den Krieg und die Aufrüstung gerufen. Im Anschluss waren wir im Kagef – Interkulturelles Jugendforum mit den Genoss:innen Essen und haben uns für die zweite Demo vorbereitet.

Um 17.30 Uhr auf dem Willy-Brandt-Platz angekommen organisierten wir erneut unsere Reihen für die revolutionäre 1. Mai Demo. Kämpferisch und lautstark war auch diese Demo. Zudem wurde mit Pyrotechnik ein Großteil der Straßen in Rauch getaucht. Die Straßen gehörten uns, den Arbeiter:innen. Die Demo zog sich durch Ostend und endete in Bornheim. Am Abend organisierten wir noch ein gemütliches Beisammensein am Main.

Freiburg

Der 1. Mai stellte für uns dieses Jahr das Ende einer aktionsreiche Mobilisierungsphase da. Hunderte von Flyer wurden vor Schulen verteilt oder in Briefkästen gesteckt, Plakate und Transparente aufgehängt, viele Gespräche geführt. Der Tag stellte einen gelungenen Höhepunkt dieser Phase da.

Wir beteiligten uns zunächst mit einem kämpferischen Auftritt an der DGB Demo. Dabei hatten wir neben Fahnen und Transparenten vom Frauenkollektiv, der Internationalen Jugend aus Freiburg und dem Hochschwarzwald und Kommunistischer Jugend und Frauen auch ein Transparent und Fahnen der neu gegründeten Föderation Klassenkämpferischen Organisationen. Danach hat die Internationalen Jugend eine Rede auf der 1. Mai Kundgebung des DGBs gehalten. In dieser wurde die besondere Unterdrückung der Jugend und die Notwendigkeit, dass junge Leute gegen den Kapitalismus aktiv werden hervorgehoben.

Danach waren wir mit einem Stand auf dem Viertelfest im Grün vertreten. Über den ganzen Tag hinweg konnten wir viele Flyer und Ausgaben der Zeitung Perspektive verteilen und viele interessante Gespräche führen. Mit dem Tag haben wir ein Zeichen gesetzt, dass wir entschlossen am Aufbau einer kämpferischen Bewegungen arbeiten, die den Kapitalismus überwinden wird.

Hamburg

In Hamburg haben wir uns als Solidaritätsnetzwerk an der DGB-Demonstration beteiligt, die von der U-Bahn-Station Osterstraße hin zum Fischmarkt/Landungsbrücken lief.

Anschließend schlossen wir uns der Demonstration „Wir können uns die Reichen nicht mehr Leisten“ an, die an der Elbphilharmonie startete und bis zur Warburg-Bank lief. Diese wies auf den extremen Reichtum in Hamburg hin, während zugleich breite Teile der Arbeiter:innen verarmen.

Am Nachmittag liefen wir dann bei der revolutionären 1. Mai-Demo im antimilitaristischen Block mit, der sich in Sechserreihen aufgestellt hatte. „Es gibt kein Recht auf NATO-Propaganda“, „100 Milliarden für Bildung und Gesundheit“ sowie „Nieder mit Putin, nieder mit der NATO“ waren Parolen, die lautstark und kämpferisch gerufen wurden. Die Demonstration konnte mit rund 1000 beteiligten Menschen bis zum Ende durchgeführt werden.

Köln

Nachdem wir uns mit vielen Bastelaktionen und Flyertagen auf den 1. Mai vorbereitet hatten, haben wir uns am Tag selbst schon am Vormittag am Auftaktort der DGB-Demonstration getroffen. Dort haben wir unsere Flyer und aktuelle Erklärungen zu Krieg und Krise verteilt, aber auch Menschen für unser Vorhaben begeistert, ein eigenes soziales Zentrum in unserem Viertel aufzubauen.

Wir haben einen lauten und kämpferischen Block auf der DGB-Demonstration gestellt – zum ersten Mal waren wir mit der Fahne der FKO auf der Straße. Gemeinsam mit zahlreichen revolutionären Gruppen aus Deutschland, Türkei, Kurdistan und dem Iran haben wir eine klassenkämpferische Perspektive laut und sichtbar gemacht. Neben klassischen Parolen wie „Hoch die internationale Solidarität!“ haben wir auch unsere Perspektive auf die aktuelle Situation klar gemacht: „Ausbeutung, Krise, Krieg und Faschismus – unsre Antwort Sozialismus!“ und „Gegen’s Patriarchat nur eine Option – Frauen auf zur Revolution!“.

Auf der Abschlusskundgebung haben wir einen Redebeitag gehalten: jeder 1. Mai ist ein besonderer Tag, die Umstände wie der Krieg in Europa und die heftige Wirtschaftskrise fordern unseren Widerstand in der aktuellen Situation besonders. Den Tag haben wir mit einem gemeinsamen Grillen ausklingen lassen.

Leipzig

Wir waren am 1. Mai und am Vorabend zum Kampftag der Arbeiter:innenklasse als Föderation Klassenkämpferischer Organisationen (FKO) auf der Straße in Dessau und Leipzig.

Am Vorabend zum 1. Mai waren wir gemeinsam mit Genoss:innen von Zora, Revolution und der SDAJ in Dessau, um uns an der geplanten Demonstration von „Offensive Jugend Dessau“ mit dem Motto „Jugend, Zukunft, Sozialismus!“ zu beteiligen. Die Demonstration mit circa 100 Teilnehmer:innen war lautstark und kämpferisch und es wurden Parolen wie „Mieten runter, Löhne rauf!“ oder „Jugend, Zukunft, Sozialismus!“ gerufen.

Am 1. Mai selbst waren wir auf der „Revolutionären 1. Mai Demonstration“ in Leipzig, die wir als Teil des Bündnisses aktiv vorbereitet und mitgestaltet haben. So wurde die Moderation von einer Genossin des Solidaritätsnetzwerkes Leipzig mit übernommen. Die Demonstration startete um 15 Uhr am Südplatz und endete nach circa zweieinhalb Stunden im Rabet Park. Dabei bildete der FKO-Block die ersten 10 Reihen und war mit 3 Transparenten und zahlreichen Fahnen vertreten. Dahinter liefen unsere Genoss:innen von Zora Leipzig und dem Kommunistischen Aufbau.

Obwohl nur mit etwa 100 Personen gerechnet wurde, kamen laut Polizei über 700 Menschen und skandierten lauthals und kämpferisch Parolen wie „Hoch die internationale Solidarität!“ oder „Was macht den Grünen Angst? Klassenkampf!“. Zu Beginn der Demonstration wurden mehrere Redebeiträge gehalten, darunter auch eine Rede des Solidaritätsnetzwerk, in welchem es um den Begriff „Arbeiter:innenklasse“ und das Thema „Teuerungen und Inflation“ ging.

Als sich der der Demonstrationszug in Bewegung setzte, folgte eine Rede des Frauenkollektivs, in welcher es um die Lage ukrainischer Frauen im Krieg ging und eine deutliche Kritik an sogenannter „feministischer Außenpolitik“ von Außenministerin Annalena Baerbock geäußert wurde. Kurz vor Erreichen der Abschlusskundgebung folgte eine Rede der Internationalen Jugend, die auf verschiedene Krieg auf der ganzen Welt einging und als Lösung den Sozialismus forderten.

Im Rabet wurden dann noch weitere Redebeiträge gehalten, unter anderem auch von der Föderation Klassenkämpferischer Organisationen, die die Notwendigkeit einer geeinten klassenkämpferischen Arbeiter:innenbewegung betonte. Im Anschluss besuchten wir noch das in unmittelbarer Nähe liegende kurdische 1. Mai-Fest im Rabet und kamen mit Genoss:innen und Freund:innen ins Gespräch, verteilten Perspektive Zeitungen und ließen den Abend gemeinsam ausklingen.

Ruhr

Schon am Vorabend zum 1. Mai fand in Duisburg, die von vielen revolutionären Gruppen aus NRW gemeinsam organisierte revolutionäre Vorabenddemonstration in Duisburg statt. Mit bis zu 300 Menschen zogen wir als entschlossener Demozug vom Ludgeriplatz in der Nähe des Hbf nach Hochfeld. In unserer Rede bei der Auftaktkundgebung machten wir unter anderem auf die Gründung der Föderation klassenkämpferischer Organisationen aufmerksam und betonten die Notwendigkeit einer vereinten, kämpferischen Arbeiter:innenbewegung. Unterwegs wurde der kämpferische Ausdruck neben starken Parolen auch mit Pyrotechnik untermalt. Bei der Abschlusskundgebung gab es noch ein paar Lieder von Tenor und S. Castro, welche bei den Jugendlichen im Park viel Aufmerksamkeit erregte.

Am 1. Mai selber beteiligten wir uns zuerst an der Demo, die vom DGB organisiert wurde. Diese startete unterhalb der Brücke, auf der vor fast 70 Jahren Philipp Müller als erster Demonstrant in der BRD auf einer Demo gegen die Wiederaufrüstung von der Polizei erschossen wurde. Das nutzten wir als Anlass, um mit Flyern und in Gesprächen darauf aufmerksam zu machen und zur Demo in Gedenken an ihn am 14. Mai um 14 Uhr am Essener Hbf aufmerksam zu machen. Ebenso erinnerten wir an Adel B., der 2019 in Altendorf von der Polizei ermordet wurde und am 1. Mai Geburtstag hat. Auf der Demo trugen wir mit dem bundesweiten Föderations-Transparent ein klassenbewusstes Auftreten auf die Straße. Mit unseren Parolen verschafften wir unserer Ablehnung von Aufrüstung, Preissteigerungen, Faschismus und dem Kapitalismus als Ganzem Ausdruck.

Genauso ließen wir die rot lackierten Arbeiter:innenfeinde auf der Demo nicht unkommentiert, sondern machten mit Parolen wie „Rücken krumm, Tasche leer – SPD danke sehr!“ und „70 Jahre DGB tun dem Kapital nicht weh!“ klar, dass Sozialpartnerschaft und Stellvertreterum niemals unsere Interessen durchsetzen wird. Das auf der Abschlusskundgebung vom DGB sogar der CDU-Bürgermeister Kufen sprechen durfte, konnten wir leider nicht mehr entsprechend begleiten, da wir uns auf den Weg nach Altenessen machten, um dort gegen die faschistische AfD zu protestieren, die den 1. Mai für ihre Hetze missbrauchten wollten. Dort schlossen wir uns der Gegenkundgebung von Aufstehen gegen Rassismus an. In unserer Rede betonten wir, dass der 1. Mai unser Tag ist und dass die AfD all ihrer Sozialdemagogie zum Trotz am stärksten die kapitalistische Ausbeutung verteidigt. Als Abschluss ließen wir den Tag beim gemeinsamen Grillen im Alibi ausklingen.

Wuppertal

In der Vorarbeit zum 1. Mai verklebten wir viele Plakate und verteilten Flyer um die Menschen für den ersten Mai zu mobilisieren. Dabei konnten wir interessante Gespräche führen. Am Vorabend, dem 30. April, machten wir uns auf den Weg ins Ruhrgebiet nach Duisburg, um dort an der revolutionären Vorabenddemonstration teilzunehmen.

Am 1. Mai begann der Tag für uns schon früh. Um 10:30 Uhr besuchten wir gemeinsam die DGB-Demonstration. Wir sind vom IG-Metall-Haus in Unterbarmen gestartet und bis zum Laurentiusplatz in Elberfeld gelaufen. Dort endete die Demonstration dann mit einer Kundgebung. Während der Demonstration liefen wir gemeinsam mit anderen fortschrittlichen Kräften. Ein großes Thema der Redebeiträge und Parolen in unserem Demobereich waren die Preissteigerungen und der aktuelle Krieg in der Ukraine.

Am Startplatz, auf der Demo und der Endkundgebung sind wir mit vielen Menschen ins Gespräch gekommen in dem wir unter anderem unsere Flyer und die neue Perspektive-Ausgabe verteilt haben. Nach der Demonstration organisierten wir dann noch ein gemeinsames Grillen vom Solidaritätsnetzwerk und besuchten gegen Abend noch das Maifest der autonomen Gruppen unserer Stadt.