[Berlin] „Rosen für Clara“

Zum heutigen internationalen Frauenkampftag haben wir uns an der Kundgebung „Rosen für Clara“ am Clara Zetkin Denkmal in Marzahn beteiligt.
Hier möchten wir unseren Redebeitrag mit euch teilen:

„Liebe Frauen, liebe Marzahnerinnen,

die Kommunistin Clara Zetkin sagte einmal, dass sie „dort stehen, dort kämpfen will, wo das Leben ist“. Auch wir vom Solidaritätsnetzwerk wollen genau das, „dort kämpfen, wo das Leben ist“.

Wir alle haben ähnliche Probleme. Sei es mit unseren Arbeitgebern, die uns unbezahlte Überstunden schuften lassen, mit dem Amt, das uns unsere Leistungen kürzt oder den Vermietern, die unsere Miete erhöhen. Als Frauen, als Arbeiterinnen, haben wir nochmal besondere Probleme. Zusätzlich zu unserer normalen Lohnarbeit müssen wir auch noch die Arbeit im Haushalt erledigen und uns um Kinder und Angehörige kümmern. Oft können wir dadurch nur in Teilzeit arbeiten, werden schlecht bezahlt und sind dadurch angewiesen auf Unterstützung durch unsere Partner oder das Amt. Besonders im Alter sind wir Frauen dadurch von Armut betroffen.
Dazu werden wir noch tagtäglich herabgewürdigt, gelten doch Frauen immernoch als „das schwächere“ Geschlecht. Allzu oft erleben wir es, dass uns etwas aufgrund unseres Geschlechts nicht zugetraut wird oder eine Sache, die wir gemacht oder gesagt haben, aufgrund unseres Geschlechts weniger wertgeschätzt wird.
Nicht selten schlägt dieses Bild der Frau als minderwertige in Gewalt um. Für viele Frauen zählen solche Erfahrungen zum Alltag dazu. Bedrohungen durch den Exfreund, Belästigung oder Stalking durch einen Bekannten, Schläge vom Partner oder verschiedene Formen der sexualisierten Gewalt, eine oder mehrere dieser Formen der Gewalt, hat fast jede von uns schon einmal erlebt.

All diese Probleme werden oft genug als individuelle Probleme dargestellt und somit auf uns selbst abgewälzt, wir müssen alleine damit klar kommen. Diese Probleme sind jedoch keine individuellen Probleme, sie liegen vielmehr in dieser Gesellschaft, in der wir leben, begraben. Eine Gesellschaft die auf Ausbeutung und Unterdrückung basiert, in der eine Handvoll Leute sich den Reichtum, den wir Arbeiterinnen geschaffen haben, aneignet und die Mehrheit weiter in Armut leben muss.

All die Probleme, die wir haben, sind keine individuellen Probleme. Wir können sie auch nicht alleine lösen. Wir müssen uns zusammenschließen, uns gegenseitig solidarisch zur Seite stehen und gemeinsam gegen diese Probleme und unsere Unterdrückung kämpfen. Wir sind die überwältigende Mehrheit, unsere Stärke ist unsere Anzahl. Lassen wir unsere NachbarInnen, KollegInnen und FreundInnen nicht allein – gemeinsam können wir ein bessere Leben für uns alle erreichen!
Lasst uns hier kämpfen, denn hier ist das Leben!“